Samstag, 21. Januar 2012

Mobile schlägt Print


Ich bin immer wieder verblüfft, dass die Medien, die so viel über sich und über die Zukunft berichten, daraus keine Schlüsse für ihr eigenes Geschäft ziehen - denn die Medienhäuser mit einem schlüssigen, oder gar rentablen Online- und Mobilekonzept sind immer noch in der Minderheit. Und selbst die Firmen, deren Internetgeschäft schwarze Zahlen schreibt, schaffen dies in der Regel nur, weil Mitarbeiter überbeschäftigt oder unterbezahlt sind. Oder sie sind zusätzlich im E-Commerce aktiv und packen die Einnahmen aus diesem Bereich unter Digitalgeschäft, damit die Verluste aus dem Online-Mediengeschäft nicht weiter auffallen.

Folgende Grafik von Statista müsste den Verantwortlichen und ihren Angestellten kalte Schauer über den Rücken jagen: Im vergangenen Jahr haben die US-Amerikaner erstmals mehr Zeit mit der Mediennutzung über Mobilgeräte als mit Zeitungen und Zeitschriften zusammen verbracht. Gefragt wurde dabei nicht etwa halbwüchsige Mobilekids, sondern Erwachsene:




Welche Konsequenzen ziehen die deutschen Medienhäuser daraus? Noch keine. Von den zehn Branchen mit den höchsten Werbeausgaben teilen sich die Medien mit der Gesundheits- und Pharmabranche den letzten Platz: Lediglich 3,5 Prozent ihres Werbebudgets fließen ins Internet. Darin zeigt sich nicht nur konservative Investitionsbereitschaft, sondern auch die Ignoranz einer Branche, die die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt hat.


Samstag, 26. November 2011

Danke für Eure Unterstützung: Texas, ich komme!

Nachdem mein Name nicht auf der Liste der ausgewählten Vorträge für die SXSW war, hab ich mich schon damit abgefunden, nicht dabei zu sein. Die Konkurrenz war mit 3.810 Einreichungen auch wirklich groß.

Anfang der Woche hat mich dann eine Mail mit dem Titel "SXSW/Tanja Gabler/Accepted" erreicht: Ich bin noch nominiert worden!

Ohne Eure Unterstützung wäre das nicht möglich gewesen. Tausend Dank an alle, die für mich gestimmt und sich über Twitter, Facebook und Google+ für mich stark gemacht haben.

Jetzt muss ich nur noch meinen Cowboyhut suchen :)


Dienstag, 15. November 2011

Sheryl Sandberg über Frauen in Tech

Was zählt, damit eine Frau Karriere macht? Der Wille, das Unternehmen - und der Mann an ihrer Seite! Sheryl Sandberg von Facebook über Frauen im Berufsleben:

Watch live streaming video from fbtechtalks at livestream.com

Sonntag, 13. November 2011

Identifiziert: die "Social Mum"

Während Männer, die Kinder haben, in erster Linie weiterhin als Männer wahrgenommen werden, werden ja Frauen mit Kind immer gleich hauptberuflich als Mütter wahrgenommen. Eine Studie von NM Incite hat jetzt die "Social Moms" untersucht: Frauen mit Kind, die in sozialen Netzwerken aktiv sind.

Hier die drei wichtigsten Erkenntnisse:
  • Von den Social Moms nutzt die Hälfte Social Media von mobilen Endgeräten aus (Frauen insgesamt: 39 Prozent).
  • Sie laden vermehrt Gutscheine herunter und kaufen online häufiger als die Durchschnittsfrau online Kosmetikprodukte.
  • Sie sind sehr aktiv in Social Media, auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie Fan einer Marke werden, liegt fast doppelt so hoch wie beim Durchschnittsuser.
Überraschend? Eher nicht!

Da Frauen einen Großteil der Kinderbetreuung übernehmen, arbeiten sie weniger. Da sie weniger am Schreibtisch sitzen, gehen sie mobil ins Netz - und sei es von zuhause aus. Wer weniger verdient, kann weniger ausgeben: daher die Gutscheine und das Onlineshopping. Die Zeit, in Parfümerien zu stöbern, fehlt ihnen sowieso. Um dennoch auf dem Laufenden zu bleiben, nutzen sie Social Media.

Spannend wäre ein Vergleich des Verhaltens der Social Moms zu anderen Müttern gewesen. Sonst bleibt die platte Erkenntnis, dass die Lebensform das Verhalten prägt. Und das ist wahrlich nichts Neues.

Montag, 15. August 2011

SXSW: Eine Idee von 3.810

Mein Themenvorschlag "Why Women Fail to Rule the Social Networks" steht auf der SXSW-Seite zur Abstimmung bereit - einer von 3.810. Und es sind verdammt gute dabei.

Mein Social-Media-Experiment geht deshalb jetzt in die entscheidende Phase. Bis 2. September 2011 brauche ich Eure Unterstützung: Abstimmen, kommentieren, den Vorschlag weiterverbreiten über Mail, Facebook, Twitter, Google+, Xing, LinkedIn oder was euch sonst noch einfällt:

Donnerstag, 11. August 2011

Schickt mich nach Texas - ein Social-Media-Experiment

Angefangen hat es ganz harmlos. Heike Bedrich von Talisman PR und ich haben Anfang des Jahres im Presseclub München zum Thema E-Publishing gesprochen. Und weil's soviel Spaß gemacht hat, hat Heike anschließend im Überschwang gesagt: "Das nächste Mal sprechen wir in den USA." Ein paar Tage später hab ich Jeff Javis auf der DLD Conference gesehen und gedacht, frag ich ihn doch gleich mal, wie wir das machen. Er hat mir zur SXSW geraten, weil sich die Sprecher dort selbst mit einem Thema bewerben können.

Als mir der Ratschlag Mitte Juli wieder eingefallen ist, war die Bewerbungsfrist schon fast vorbei. Ich hab mir die Themen vom Vorjahr angeschaut, und mich dann für "Why Women Fail to Rule the Social Media" entschieden. Ich habe ein Video gedreht und fand mich damit schon gut aufgestellt.

Inzwischen weiß ich, dass eine Bewerbung und ein Video auf keinen Fall reichen, um im März als Sprecherin in Austin dabei zu sein. Ich besitze also jetzt auch eine englische Webseite für mein Thema und einen Youtube-Kanal.

Der Auswahlprozess der SXSW sieht ein Voting der Community vor, das ein Drittel zählt, anschließend gibt ein Expertenrat Empfehlungen ab und der Veranstalter hat natürlich auch ein Wort mitzureden.

Die Abstimmung beginnt am Montag Abend deutscher Zeit. Ein paar hundert Stimmen scheinen das Minimum, um eine Chance zu haben.

Deshalb ist meine SXSW-Bewerbung auch ein Social-Media-Experiment. Gelingt es mir, über soziale Netzwerke genug positive Stimmen zu sammeln, um auch als Newcomerin eine Chance zu haben?

Ihr habt es in der Hand: Schickt mich nach Texas! Mit Eurer Teilnahme am Voting, mit Kommentaren, via Twitter, Facebook und Google+.

P.S. Das Angebot mit dem texanischen BBQ bei einer erfolgreichen Teilnahme gilt :)

Montag, 8. August 2011

Why Women Fail to Rule the Social Networks


Dass ich mich dafür stark mache, dass es mehr Sprecherinnen auf Fachkongressen gibt, haben die meisten von Euch schon mitbekommen. Jeff Jarvis hat mir deshalb geraten, mich als Rednerin bei der SXSW zu bewerben, die im kommenden März in Texas stattfindet.

Mein Thema: Warum Frauen es nicht schaffen, die sozialen Netzwerke zu beherrschen. Was ich damit meine, ist nicht nur, dass keine Frau an der Spitze eines sozialen Netzwerks steht. Sondern in erster Linie, dass Frauen soziale Netzwerk nichts fürs Selbstmarketing nutzen. Während Männer - und anderem und auch nicht alle - ihre Erfolge verbreiten, gratulieren Frauen einander zum Geburtstag und geben einander Ratschläge im täglichen Leben. Zu überspitzt? Vielleicht. Und genau das möchte ich herausfinden, indem ich Interviews mit Marketern, Psychologen und vor allem den Nutzerinnen und Nutzern selbst führe. Die Idee dahinter: Das gesamte Bild wie ein Mosaik aus Meinungen zusammenzusetzen. Und ja, Statistiken schaue ich mir auch an.

Und um das mit dem Selbstmarketing zu üben, habe meinen Freund Oliver Wanke von acpp gebeten, als Unterstützung für meinen Themenvorschlag ein Video zu drehen.

In den kommenden Tagen werde ich - auf Rat und mit Unterstützung von Nicole Simon - eine englische Webseite für die Bewerbung aufsetzen. Und dann hoffe ich auf Euch: Dass ihr ab nächster Woche für mich stimmt und meinen Themenvorschlag auf die Liste der gesetzten Vorträge hebt :)

Freitag, 13. Mai 2011

Facebooks Interesse wird transparent

Facebook beauftragt eine PR-Agentur mit einer Kampagne gegen Google - ups, nein, das war ja laut Firmenaussage nicht der Fall: "Wir haben keine Schmierenkampagne authorisiert oder beabsichtigt", heißt es im offiziellen Statement gegenüber internetworld.de. Es war halt nur so, dass Facebook Bedenken hat, dass Google nicht sorgfältig genug mit den Daten seiner Mitglieder umgeht (ein Problem, mit dem auch Facebook selbst so einige Erfahrungen hat). Und darüber doch mal jemand schreiben muss. Also hat die Agentur Autoren auf das Thema aufmerksam gemacht und Unterstützung versprochen. Inklusive Ausarbeitung eines Meinungsartikels und der Platzierung in der Washington Post. Pech, dass der Blogger Christian Soghoian den Mailverkehr öffentlich machte.

Für Facebook ist das PR-Desaster noch größer als für andere Firmen, da das Netzwerk in all seinen Veröffentlichungen Authentizität und Transparenz von seinen Mitgliedern fordert. Transparent ist stattdessen geworden, was Facebook will: Google schaden, egal mit welchem Mittel.

Freitag, 8. April 2011

Social Media und SEO: Gefühle bei Google und Spam auf Facebook

Social-Media-Marketing hat seine Nische verlassen. Nicht nur, weil immer mehr Menschen Social-Media-Konferenzen besuchen und sich die Chefs von ihren Kindern erklären lassen (müssen), was Facebook ist. Sondern weil sich die Suchmaschinenoptimierer mit dem Thema beschäftigen.

Im vergangenen Jahr war auf der Fachkonferenz SMX in München der Super-Affiliate Bob Rains der einzige, der über soziale Netzwerke sprach - er erklärte, wie er Facebook-Profile für Rennpferde anlegte und deren Freunde auf Wettseiten weiterleitete.

Dieses Jahr hielt Rand Fishkin die Eröffnungsrede. "Die Bedeutung von Social Media in der Suchmaschinenoptimierung ist erschreckend hoch", sagte der SEOmoz-Gründer am Dienstag in München. Google werte das Teilen eines Links mit Facebook-Freunden als wichtiges Signal, wenn es die Reihenfolge der Suchergebnisse berechne.

Maile Ohye von Google bestätigte dies: "Signale aus sozialen Netzwerken sind sinnvoll im Ranking. Wenn die Nutzer Social Media einen so großen Raum in ihrem Leben einräumen, wollen wir das auch tun."

Microsofts Suchmaschine Bing geht einen ähnlichen Weg. Director Stefan Weitz rät Webseitenbetreibern deshalb, dafür zu sorgen, dass ihre Themen auch im Social Web thematisiert werden. Durch persönliche Empfehlungen könnten es Seiten, die sonst auf einer der hinteren Ergebnisseiten gelistet werden, auf die vorderen Plätze der Suche schaffen. "Emotionale Entscheidungen sind genauso wichtig wie rationale", betonte er.

Was heißt das für die Zukunft? Dass die Suche jetzt auch Gefühle mit einbezieht? Nur, wenn man davon ausgeht, dass ein Link, den wir auf Facebook teilen, uns emotional berührt hat. Und der Klick auf den "Gefällt-mir"-Button die Entsprechung eines positiven Gedankens ist.

Was bedeutet es für Social Media? In erster Linie, dass die besten SEOs und Affiliates nach Wegen suchen, soziale Netzwerke für ihre Zwecke zu einzusetzen. Wir werden also mehr Spam sehen. Und vielleicht auch mehr Rennpferde mit Facebook-Profilen.

Samstag, 26. Februar 2011

Sagt mir, wo die Frauen sind

Bei den Online Marketing Rockstars in Hamburg ist mir der Kragen geplatzt. Dabei versuche ich ja immer, mich nicht zu ärgern und schon gar nicht außerhalb des Büros. Eine schöne Veranstaltung, keine Frage. Hochkarätig besetzt. 31 Referenten - darunter keine Frau. Dabei ist es nicht so, dass das Thema die Frauen nicht interessiert: Im Publikum war ungefähr ein Drittel weiblich.

Dem Programmverantwortlichen war das nicht aufgefallen, aber den Zuhörern. Eine Frau hat in einer Diskussionsrunde gefragt "ob es in der Szene auch weibliche Vorbilder gibt, nachdem keine Frau auf dem Podium ist". Der erste Referent sagte was von "da müsste ich mal überlegen, auf Anhieb fällt mir keine eine", der zweite "eBay in den USA hatte mal eine Chefin, aber die konnte nichts" und der dritte "ich habe eine Agentur, da arbeiten ganz viele Frauen". Die Fragestellerin ist dann gegangen.

Warum treten in der Internetwirtschaft so wenige Frauen als Rednerinnen in Erscheinung? Dafür gibt es mehrere Erklärungsansätze:

These 1: Frauen wollen nicht sprechen.
Frauen haben kein Interesse daran, im Rampenlicht zu stehen, es ist ihnen zu anstrengend. In diese Richtung argumentiert die ehemalige taz-Chefredakteurin Bascha Mika in ihrem Buch "Die Feigheit der Frauen": Frauen seien einfach zu bequem. Veranstalter berichten, dass angefragte Referentinnen öfter absagen als ihre männlichen Kollegen.

These 2: Männer wollen sprechen
Der Chef, das ist in vielen Fällen ein Mann. Gerade in unserer Branche, in der viele Firmen inhabergeführt sind. Die öffentlichen Auftritte übernimmt er selbst, es ist schließlich seine Firma.

These 3: Es liegt an den Strukturen
In der Internetwirtschaft arbeiten mehr Männer als Frauen, sie kennen sich und empfehlen sich weiter. So sind zum Beispiel alle Fachgruppenleiter des Branchenverbands BVDW männlich. Als Sprecher werden diejenigen angefragt, die schon Erfahrung vorweisen können. Und so bleiben die Herren auf dem Podium unter sich.

Bei Veranstaltungen habe ich nie das Gefühl, dass Männer unter sich bleiben wollen - im Gegenteil. Sie freuen sich über weibliche Gesprächspartner (auch wenn das lustig aussehen kann, wie bei der Social Media Conference in Hamburg).

Es ist mir klar, dass man in einer Männer dominierten Branche die Podien nicht paritätisch besetzen kann. Aber ähnlich viele Frauen auf dem Podium wie im Publikum - das ist ein realistischer Anspruch.

Ich freue mich auf Kommentare.